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Landeskulturtagung der SL Nordrhein-Westfalen am 23. November 2003 in Bochum
Ehrungen


Einen eindrucksvollen Beweis für den Tatbestand, dass sowohl die Erlebnisgeneration als auch die nachwachsende Generation tragende Pfeiler der Arbeit in der Sudetendeutschen Landsmannschaft sind, lieferten die Ehrungen zu Beginn der Herbst-Landeskulturtagung der SL Nordrhein-Westfalen in den Ostdeutschen Heimatstuben in Bochum. Fast 35 Jahre trennen den jüngsten von dem ältesten Würdenträger, die auf sehr unterschiedliche Weise für die kulturelle Tradition und die Organisation der sudetendeutschen Volksgruppe eintreten.

Der im Jahr 1920 in Muglinau bei Friedek geborene, aber in Zwittau im Schönhengstgau aufgewachsene Franz Tyrolt (Essen) wurde vom Landesobmann Günter Reichert für seine außerordentlichen Verdienste um die Pflege des sudetendeutschen Krippenwesens die Adalbert-Stifter-Medaille überreicht. Lm. Tyrolt schilderte in einer Ansprache die dramatische Rettung der „Tyrolt-Krippe“ und seinen persönlichen Einsatz in der Sudetendeutschen Arbeitsgemeinschaft für Heimatsammlungen, im Sudetendeutschen Archiv oder in den Vereinigungen der sudetendeutschen, bayerischen und rheinland-westfälischen Krippenfreunde. Immer wieder werde die „Tyrolt-Krippe“ in öffentlichen Gebäuden ausgestellt, wobei vor allem die Präsentation im Foyer der Bildungsstätte „Der Heiligenhof“ in Bad Kissingen 1984-85 mit erheblicher öffentlicher Aufmerksamkeit in Erinnerung vieler Besucher blieb. Immer wieder werden Aufsätze von Franz Tyrolt in Fachzeitschriften sowie Fotos der „Tyrolt-Krippe“ in Lexika, Kulturzeitschriften, Kirchenblättern oder Tageszeitungen veröffentlicht, so auch im Sudetendeutschen Postkarten-Kalender „Heimat in Bildern“ der Sudetendeutschen Landsmannschaft für das Jahr 2004.

Der Kreisobmann der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Witten, Erich Filipp, erhielt von Landesobmann Günter Reichert als Anerkennung für seine Jahrzehnte langen besonderen Leistungen für die sudetendeutsche Volksgruppe die Rudolf-Lodgman-Plakette überreicht. Lm. Filipp wurde im Jahr 1929 in Hermanitz im Kreis Trautenau geboren, gehört seit 40 Jahren dem Kreisvorstand der SL Witten an, die er seit 1966 als Kreisobmann führt. Hervorzuheben ist sein großes gesellschaftliches Engagement, insbesondere mit großen Bällen in der Stadthalle, was ihm eine breite Anerkennung auch seitens der öffentlichen Repräsentanten der Stadt Witten eingebracht hat. Der im Jahr 1955 in Minden als Sohn eines sudetendeutschen Vaters geborene Rüdiger Eichhorn wurde vom Landesobmann Günter Reichert mit dem Großen Ehrenzeichen der Sudetendeutschen Landsmannschaft ausgezeichnet. Mit 6 Jahren trat Rüdiger Eichhorn der Deutschen Jugend des Ostens bei, seit 30 Jahren gehört er der SL in Minden an, die ihn im Jahr 1991 – mit 36 Jahren – zum Kreisobmann wählte. Lm. Eichhorn begründete im Jahr 1978 den „Volkstanzkreis Weserbergland“ in der Sudetendeutschen Jugend, der noch heute innerhalb der SL Minden aktiv ist. Dem Landesvorstand der SL Nordrhein-Westfalen gehört Lm. Eichhorn seit dem Jahr 2000 als stellvertretender Landesobmann – und gleichzeitig als jüngstes Mitglied – an, was aufgrund seiner starken beruflichen Anspannung als Zahnarzt besonders anerkennenswert ist.

Die Landeskulturtagung war im Übrigen geprägt durch Grundsatz-Ausführungen des Landesobmanns Günter Reichert über den Sinn landsmannschaftlicher Kulturarbeit in der heutigen Zeit und über die kulturgeschichtlichen Perspektiven des deutsch- bzw. sudetendeutsch-tschechischen Verhältnisses. In einer ausführlichen Diskussion erörterten die Teilnehmer verschiedene Formen der sozial-kulturellen Ausgestaltung der Arbeit in den Orts- und Kreisgruppen, die Aufarbeitung des Themas Vertreibung in der öffentlichen Diskussion sowie in der aktuellen Literatur sowie die unzureichende Vertretung der Interessen der sudetendeutschen Heimatvertriebenen durch die Bundesregierung.