Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.
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Entschließung der Landesversammlung der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Landesgruppe Nordrhein-Westfalen, am 24. April 2004 in Dortmund


Die Landesversammlung der nordrhein-westfälischen Sudetendeutschen Landsmannschaft fordert den Präsidenten der Tschechischen Republik, Vaclav Klaus, und die Abgeordnetenkammer des Tschechischen Nationalrats eindringlich auf, den Gesetzentwurf „Edvard Benes hat sich um den Staat verdient gemacht“ nicht zu verabschieden.

Eine derartige Ehrung von Edvard Benes, dem Präsidenten der damaligen Tschechoslowakischen Republik (1935 – 1938 und 1945 – 1948) bzw. tschechoslowakischen Exilpräsidenten in London (1939 – 1945), ist aus historischen und völkerrechtlichen Gründen eine Provokation für das tschechische Volk und die sudetendeutsche Volksgruppe, da er

    durch seine – zum Teil mit falschen Dokumenten begleiteten – Aktionen während des 1. Weltkriegs vorsätzlich an der Zerstörung des Vielvölker-Staates Österreich-Ungarn mitgewirkt hat,
    durch die militärische Besetzung aller Teile Böhmens, Mährens und Sudeten-Schlesiens nach dem 1. Weltkrieg die sudetendeutsche und ungarische Volksgruppe gegen ihren Willen in den neu gegründeten tschechoslowakischen Staat gezwungen und anschließend an der Unterdrückung und versuchten Entnationalisierung dieser Staatsbürger wesentlichen Anteil hatte,
    durch seinen Vertrag mit der Sowjetunion und Stalin im Jahr 1943 die Tschechoslowakische Republik nach dem 2. Weltkrieg schrittweise dem Kommunismus auslieferte, was zur Unterdrückung und Schädigung aller tschechischen, slowakischen, ungarischen, polnischen, ukrainischen oder deutschen Bürger dieses Staates von 1948 bis 1989 führte,
    durch die nach ihm benannten Präsidial-Dekrete der Jahre 1945/1946 über vier Millionen Sudetendeutsche und Ungarn rechtlos stellte, ihres Eigentums beraubte, Straftaten an ihnen als nicht rechtswidrig definierte, blutige Massaker und Verfolgungen an den Deutschen öffentlich propagierte und schließlich die brutale Vertreibung von 3 1/2 Millionen Sudetendeutschen anordnete und damit einen Völkermord vollzog,
    durch seine Schaukelpolitik mit Anlehnung an das Sowjetsystem in den 40er-Jahren den moralischen, kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Niedergang der Tschechoslowakei zu verantworten hat, der bis heute nicht vollständig überwunden ist.